Ungewöhnliches Marktverhalten sorgt für Spekulationen über den starken Rückgang von Bitcoin
Es gab ein ungewöhnlich hohes Handelsvolumen im Bitcoin-ETF von BlackRock, dem iShares Bitcoin Trust (IBIT), während des plötzlichen Preisrückgangs von Bitcoin in dieser Woche. Marktbeobachter deuten auf einen oder mehrere in Hongkong ansässige Hedgefonds als möglichen Kern der Situation hin und widersprechen damit der Idee, dass Verkaufsdruck durch typische Kryptowährungshändler die Ursache sei.
Rekordhandel und Optionsaktivität bei IBIT
Der COO und CIO der DeFi Development Corp, Parker White, stellte eine Theorie auf, die rekordverdächtige Handels- und Optionsaktivitäten bei IBIT beschreibt. In der vergangenen Woche gab es einen deutlichen Preisrückgang bei Bitcoin (BTC), der um 16 % fiel und am Donnerstag einen Tiefstand von 62.000 $ erreichte, bevor er sich bis Freitag laut CoinGecko-Daten wieder auf etwa 70.400 $ erholte.
Was das Handelsvolumen betrifft, so wurde am Donnerstag ein Allzeithoch für IBIT verzeichnet, mit einem täglichen Handelsvolumen von etwa 10,7 Milliarden Dollar. Trotz des enormen Volumens gab es jedoch laut Erkenntnissen von SoSoValue nur Nettoabflüsse in Höhe von 175 Millionen Dollar.
Hinweise auf nicht-krypto-native Händler
Mehrere Indikatoren deuteten darauf hin, dass der Verkaufsdruck nicht von typischen Krypto-Händlern ausging. Zu diesen Anzeichen gehörten wenige Liquidierungen an zentralisierten Krypto-Börsen sowie eine ungewöhnliche Kursbewegung bei Bitcoin und Solana (SOL). Es gibt Elemente, die darauf hindeuten, dass das Kernproblem bei einem großen IBIT-Inhaber lag, wobei White auf einen Hedgefonds hinwies, der mit IBIT-Optionen handelt.
Mehrere öffentliche Dokumente zeigen, dass einige Fonds einen beträchtlichen, manchmal sogar nahezu vollständigen Anteil ihrer Vermögenswerte auf IBIT konzentrieren. Viele dieser auf IBIT fokussierten Fonds haben ihren Sitz in Hongkong und handeln üblicherweise nicht mit Kryptowährungen – was das Fehlen von Warnzeichen vor dem massiven Ausverkauf erklären könnte. Außerdem bemerkte White erhebliche Aktivitäten bei $DFDV, einem Fonds, der mit der DeFi Development Corp verbunden ist und an diesem Tag seinen größten Tagesverlust sowie einen erheblichen Rückgang seines Nettoinventarwertes verzeichnete.
Hedgefonds mit Sitz in Hongkong
White berichtete von seiner Vertrautheit mit mehreren in Hongkong ansässigen Hedgefonds, die $DFDV halten und sich während des Einbruchs stabil verhielten – bis zu jenem Tag. Daraus schloss er, dass es unwahrscheinlich sei, dass ein Fonds mit einer bedeutenden IBIT-Position, der eine Single-Entity-Struktur verwendet, nur ein einziges Vehikel betreibt.
Trotz seiner starken Vermutung und einiger indirekter Indizien räumte White ein, dass das Szenario nicht 100% bestätigt werden könne, aber sehr plausibel sei. Er ist mit seiner Ansicht nicht allein, denn auch andere Experten äußerten ähnliche Einschätzungen und unterstrichen, dass die Charakteristika der Marktbewegung nicht einem üblichen krypto-getriebenen Ausverkauf entsprachen.
Meinungen weiterer Marktbeobachter
Rob Wallace, Mitbegründer von BitcoinNews.com, stimmte Whites Argumenten zu und erklärte, die Kombination der Faktoren deute mehr auf einen institutionellen Verkauf als auf eine Panik im Einzelhandel hin. Er hob ebenfalls die Rolle von IBIT als essenzielle Verbindung zwischen traditionellen Märkten und dem Bitcoin-Handel hervor.
Allerdings betonten sowohl White als auch andere Händler, dass der beste Nachweis regulatorische Einreichungen wären, die eine umfangreiche IBIT-Position zeigen, die auf null zurückgeht.
Fazit
Die dargestellte Theorie bietet einen einzigartigen Einblick und gibt Anlass zu weiterer Untersuchung der Ursache dieser Marktdynamik. Auch wenn sie nicht bestätigt ist, stellt sie eine plausible Erklärung dar und wirft Licht auf das, was tatsächlich hinter den Kulissen des volatilen Kryptowährungsmarktes geschehen könnte. Unabhängig von der Ursache dient dieses Ereignis als Erinnerung an die Unberechenbarkeit des Kryptohandels und die Bedeutung einer gründlichen Marktanalyse.

