Die Hedgefonds-Strategien von Israel Englander: Riesiger Nvidia-Verkauf, große Wetten auf Palantir, Robinhood und Circle
Israel Englander, der milliardenschwere Gründer von Millennium Management, prägt weiterhin die Markterwartungen mit seinen hochkarätigen Investmentstrategien. Öffentliche Meldungen für das vierte Quartal 2025 zeigen eine Reihe kühner Schritte: eine erhebliche Reduzierung des Nvidia-Bestands, einen drastischen Ausbau der Palantir-Technologies-Aktien sowie bedeutende neue Positionen in den kryptoverbundenen Aktien Robinhood und Circle Internet Group. Diese Entscheidungen verdeutlichen nicht nur Englanders Ansatz für Risiko und Wachstum, sondern geben auch Einblicke in größere Markttrends – darunter KI, Fintech und blockchaingetriebene Finanzdienstleistungen.
Millennium Management: Ein Überblick über Israel Englanders Investmentführung
Gegründet im Jahr 1989, hat sich Millennium Management zu einem der meistbeachteten Hedgefonds an der Wall Street entwickelt, mit rund 60 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen. Unter Israel Englanders Führung hat Millennium die Marktbenchmarks konsequent übertroffen – in den letzten drei Jahren wurde der S&P 500 um 38 Prozentpunkte geschlagen. Daher werden Englanders Quartalsbewegungen genau beobachtet, um Hinweise auf die Marktstimmung und kommende Trends zu erhalten.
Bedeutende Schritte: Verkauf bei Nvidia, Verdopplung bei Palantir
Im 4. Quartal 2025 zeigen die öffentlichen Meldungen, dass Englander seine Nvidia-(NVDA)-Position um 17 % reduziert und 3 Millionen Aktien verkauft hat. Trotz dieser Reduzierung bleibt Nvidia Englanders drittgrößte Position – was darauf hindeutet, dass es sich eher um Gewinnmitnahmen handelt als um einen Vertrauensverlust. Zugleich verdoppelte Englander seinen Einsatz bei Palantir Technologies (PLTR) und kaufte 543.300 zusätzliche Aktien hinzu. Auch wenn Palantir nicht zu den fünfzig größten Positionen von Millennium nach Wert gehört, zeigt der Schritt zunehmende Überzeugung vom Wachstumspotenzial von Palantir – selbst zu hohen Bewertungen.
Nvidia: Gewinnmitnahmen bei anhaltender Marktführerschaft
Nvidias Rolle als führender Anbieter im Bereich künstliche Intelligenz und Datenzentrumsinfrastruktur hat dazu geführt, dass seine GPUs und die CUDA-Software für globale Technologiekonzerne unverzichtbar sind. Unter CEO Jensen Huang hält Nvidia an seinem Ruf für Spitzenleistung und Innovation fest. Die Wall Street bleibt optimistisch für die Aussichten des Unternehmens und erwartet in den nächsten drei Jahren ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von 38 %. Nvidia wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 47 gehandelt – eine Bewertung, die angesichts des Wachstumskurses und der Marktdominanz als gerechtfertigt gilt. Englanders Teilverkauf der Nvidia-Aktien wird weithin als Realisierung von Gewinnen nach einem langfristigen Kursanstieg gewertet, nicht als strategischer Rückzug.
Palantir Technologies: Starkes Wachstum, hohe Bewertung
Palantir Technologies hat in den letzten Quartalen eine beeindruckende Entwicklung gezeigt – mit zehn Quartalen in Folge wachsender Umsätze und robuster Rentabilität. Die sogenannte Rule-of-40-Kennzahl, welche Umsatzwachstum und operative Marge kombiniert, lag im vierten Quartal bei 127 % und macht Palantir zum Ausreißer im S&P 500. Dieses starke Wachstum hat jedoch seinen Preis: Palantir wird aktuell zum 72-Fachen des Umsatzes gehandelt und ist damit nach diesem Kriterium die teuerste Aktie im S&P 500. Der Markt preist hohe Erwartungen an die zukünftige Performance ein, auch wenn Palantir-Aktien 35 % unter dem jüngsten Höchststand liegen. Die erhöhte Position von Millennium zeigt, dass Englander weiterhin optimistisch hinsichtlich Palantirs Potenzial ist, den Bereich Big Data und staatliche Analytik zu revolutionieren – trotz der hohen Bewertung.
Robinhood und Circle: Wetten auf Krypto-Fintech
Parallel zu den Entwicklungen im Bereich KI und Datenanalyse hat Englander neue Positionen bei Robinhood Markets (HOOD) und Circle Internet Group (CRCL) aufgebaut – zwei Unternehmen, die an der Schnittstelle zwischen traditioneller Finanzwelt und der entstehenden Krypto-Ökonomie agieren. Beide Aktien liegen weit unter ihren Höchstständen: Robinhood verzeichnet einen Rückgang von etwa 50 %, Circle sogar 75 % vom Höchstwert. Dennoch sind die Wall-Street-Analysten für beide Unternehmen ausgesprochen optimistisch und erwarten erhebliches Aufwärtspotenzial.
Robinhood: Junge Investoren und Wachstumspotenzial
Robinhood hat eine Nische erschlossen, indem das Unternehmen insbesondere Millennial- und Gen-Z-Investoren anspricht und über die mobile Plattform einfachen Zugang zu Aktien, Optionen und Kryptowährungen bietet. Trotz jüngster Herausforderungen und Kurskorrekturen haben große Finanzanalysten – darunter Deutsche Bank und Bernstein – ambitionierte Kursziele für Robinhood ausgegeben. Konsens ist ein mögliches Aufwärtspotenzial von 113 % gegenüber dem aktuellen Kurs, mit einem Kursziel von 160 Dollar im Vergleich zu einem aktuellen Kurs um die Mitte der 70er. Robinhoods Geschäftsmodell, das auf hoher Nutzeraktivität und wiederkehrenden Transaktionsumsätzen basiert, adressiert gezielt die veränderten Bedürfnisse jüngerer, technologiebewusster Anleger.
Circle Internet Group: Der Wachstumsmotor regulierter Stablecoins
Circle ist als Emittent von USDC bekannt – dem größten vollständig regulierten Stablecoin in den USA und Europa – und hat sich als bedeutender Akteur im sich wandelnden Bereich digitaler Finanzdienstleistungen etabliert. USDC ist ein zentrales Instrument für grenzüberschreitende Zahlungen, dezentralisierte Finanzdienste (DeFi) und digitalen Handel, weil er eine stabile, an Fiat-Währungen gekoppelte Alternative zu volatilen Kryptowährungen bietet. Der weltweite Stablecoin-Markt wird derzeit auf 315 Milliarden Dollar geschätzt; Schätzungen u. a. des US-Finanzministeriums zufolge könnte der Markt bis 2030 auf bis zu drei Billionen Dollar anwachsen. Die Auswirkungen für Circle sind enorm, da ein Großteil des Umsatzes durch Zinserträge auf die hinterlegten Sicherheiten sowie durch die Abwicklung von Zahlungen über das Circle Payments Network erzielt wird.
Die Wall Street erwartet für Circle bis 2027 ein jährliches Umsatzwachstum von starken 33 %. Trotz des jüngsten Kursverfalls haben führende Analysten Kursziele von bis zu 190 Dollar festgelegt – ein Plus von 206 % gegenüber dem aktuellen Niveau von 62 Dollar. Das mittlere Kursziel unter 27 Analysten liegt bei 107 Dollar, was etwa 73 % Aufwärtspotenzial entspricht. Circle wird aktuell zum 5,8-Fachen des Umsatzes gehandelt, was angesichts der Wachstumsprognosen und der zentralen Rolle im wachsenden Stablecoin-Markt als attraktiv gilt.
Warum Englanders Bewegungen für Anleger wichtig sind
Englanders Handelsaktivität spiegelt sowohl Überzeugung als auch Vorsicht wider. Mit Gewinnmitnahmen bei Nvidia, einem Unternehmen, das den KI-Hardware-Markt weiterhin dominieren dürfte, demonstriert er eine disziplinierte Herangehensweise an das Portfoliomanagement – Stärken werden genutzt, während ein erheblicher Anteil an einem Marktführer erhalten bleibt. Die große Wette auf Palantir, obwohl die Bewertung hoch ist, zeigt die Bereitschaft, Unternehmen mit starken Wachstumsperspektiven zu unterstützen – insbesondere jene mit einzigartiger Position im Bereich staatlicher und betrieblicher Analytik. Besonders bemerkenswert ist Englanders Schwenk hin zu unterbewerteten Fintech- und Krypto-Aktien wie Robinhood und Circle. Anstatt von der Marktangst getrieben zu werden, positioniert er seinen Fonds bereits jetzt für potenzielle neue Wachstumszyklen und setzt auf Unternehmen an der Schnittstelle von Regulierung, Technologie und dem Wandel in den Anlagegewohnheiten der nächsten Generation von Investoren.
Analystenbewertungen und Marktausblick
Marktbeobachter verweisen darauf, dass Englanders jüngste Meldungen Positionen von vor etwa 50 Tagen betreffen – das Marktbild könnte sich inzwischen verändert haben. Dennoch bleibt die Analystenstimmung für seine gewählten Aktien optimistisch. Für Nvidia geht die Wall-Street weiterhin von solidem langfristigem Wachstum durch KI-Nachfrage aus. Palantir wird trotz der hohen Bewertung für seine Fähigkeit anerkannt, Umsatz und Marge in einem umkämpften Softwaremarkt zu steigern. Robinhood punktet durch demografische Trends, während Circle vom Makrowachstum digitaler Währungen und der verbreiteten Stablecoin-Nutzung profitiert.
Die Erfolgsbilanz von Englander mit Millennium führt dazu, dass seine Transaktionen von Marktteilnehmern oft als wichtiger Indikator betrachtet werden. Anleger, die seinem Beispiel folgen möchten, sollten sowohl aktuelle Kurstrends als auch die potenzielle Volatilität sorgfältig abwägen – insbesondere bei Hochwachstums- und Hochbewertungswerten. Englanders Bereitschaft, Positionen in jüngst schwachen Aktien einzugehen oder auszubauen, spricht für einen ausgeprägten Sinn für Wert und die Überzeugung, dass sich Kurse langfristig häufig an den Mittelwert annähern – mit entsprechendem Kurspotenzial bei temporärer Schwäche.
Fazit: Strategische Neupositionierung an der Innovationsfront
Englanders Trades im vierten Quartal 2025 geben Einblicke in das strategische Denken, das Millennium Management einen Schritt voraus gehalten hat. Die ausgewogene Herangehensweise – mit Vorsicht bei hoch bewerteten Titeln wie Nvidia und Palantir und Optimismus gegenüber potenziellen Erholungen bei Robinhood und Circle – zeugt von einer differenzierten, zukunftsgerichteten Strategie. Während der Stablecoin-Markt Fahrt aufnimmt, KI weiterhin Branche um Branche verändert und digitale Finanzdienstleistungen erwachsen werden, dienen Englanders Portfolio-Entscheidungen als Wegweiser für Anleger in diesen spannenden, aber volatil bleibenden neuen Märkten. Und wie immer wird der Markt genau hinschauen, welche dieser Wetten in den kommenden Jahren die größten Renditen bringen werden.

